FAQ - Häufig gestellte Fragen

Florian gibt sowohl seine persönlichen Erfahrungen als auch seine Sicht auf den Naturschutz und die Fotografie aus professioneller Perspektive gerne weiter. Wenn Sie eine Frage haben und die Antwort darauf hier nicht finden können, dann schreiben Sie uns bitte und Florian wird Ihre Frage so gut es geht auf dieser Seite beantworten.

 

Frage: Seit wann sind Sie Fotograf?

Antwort: Fotograf im Sinne von jemandem, der einen Fotoapparat hat, bin ich schon sehr lange. Mein Vater lieh mir das erste Mal seine Kamera, eine Praktika, als ich 12 Jahre alt war. Wir besuchten die Insel Mainau, eine wunderschöne Insel im Bodensee, die für ihre ausgedehnten und prächtigen Blumengärten berühmt ist. Ich jedoch war nur an der "wilden" Seite der Insel interessiert und verbrachte die nächsten Stunden damit, Eidechsen auf einer Steinmauer zu fotografieren. Die anderen haben sich derweil die Blumen angesehen. Das war 1987. Ich glaube, damals wurde ich "infiziert".

1992, als ich 16 Jahre alt war, nahm ich an einem Schüler-Austauschprogramm teil und landete an einer Schule in Iowa. Ich habe damals mein erstes Teleobjektiv gekauft: Ein Sigma 500mm Objektiv mit Anfangsblende 7,2.

Während des Gymnasiums und meines anschließenden Biologie-Studiums in Heidelberg wurden meine fotografischen Ambitionen immer ernsthafter. Ich bereiste deshalb auch Nordamerika und Afrika. Nach fünf Jahren Studium habe ich im Jahr 2000 dann beschlossen, es abzubrechen und meine ganze Energie und Zeit der Fotografie zu widmen. Seither arbeite ich Vollzeit als professioneller Fotograf.

Frage: Wie hat sich Ihr Interesse für Natur und Naturfotografie entwickelt?

Antwort: Ich bin als ältestes von fünf Kindern in einem Haus am Waldrand aufgewachsen. Meine Mutter fand es gut, wenn wir draußen spielten und so haben wir den Wald in unserer Umgebung durchstreift. Wir haben Rehe, Füchse und viele verschiedene Vögel beobachtet. Oft haben wir - inspiriert von Wildwestgeschichten - "Indianische Spurenleser" gespielt. Unser Interesse daran, die Tiere um uns her tatsächlich genauer zu beobachten, wurde von einem Freund der Familie geweckt und gefördert. Er war ein wunderbarer Naturbeobachter und der Dorf-Zahnarzt. Wenn wir ihm von unseren Erlebnissen erzählten, war er immer ganz begeistert. Ein anderer Impuls, der mich in diese Richtung geführt hat, war ein Geschenk meiner Eltern: ein Spektiv, das ich von ihnen bekam als ich 14 Jahre alt war.

Je mehr Zeit ich draußen verbrachte, umso größer wurde meine Sehnsucht danach, meine Beobachtungen mit nach Hause nehmen zu können, um sie meiner Familie und meinen Freunden zu zeigen. Ich kaufte mir einen Kameraadapter, damit ich durch das Spektiv fotografieren konnte - doch die Ergebnisse waren allesamt verschwommene Bilder.

Später habe ich mir ein altes Novoflex Teleobjektiv geliehen und es auf einen Familienurlaub auf die deutsche Nordsee-Insel Helgoland mitgenommen. Das Schiff hat es kaum bis zur Insel geschafft, wir kamen in einen der schlimmsten Stürme der letzten Jahrzehnte. Wegen des starken Sturms gab es auch nicht viele Gelegenheiten zum Fotografieren. Dennoch lag ich am Strand auf dem Bauch - trotz Sand und Gischt, die in mein Gesicht geblasen wurden -  um Fotos vom Sandpieper aus einer niedrigen Perspektive zu bekommen. Unnötig zu erwähnen, dass fast alle Fotos verwackelt waren, aber das Erlebnis hatte sich tief in meiner Seele eingenistet.

Frage: Was waren Ihre gefährlichsten Momente?

Antwort: Als ich auf meiner ersten Afrika-Expedition von einem Spitzmaulnashorn angegriffen wurde und später von einem Elefanten. Oder als ich von einer wütenden Schwarzbär-Mutter umkreist wurde (die sehr aufgebracht war, weil ein anderer Bär in ihr Territorium eingedrungen war).

Bei einer anderen Gelegenheit wurde ich sehr kritisch von einer Grizzly-Mutter beobachtet, als ihre Jungen am Flussufer entlang rannten um sich neben mich zu setzen - nachdem sie von einem anderen weiblichen Grizzly verscheucht worden waren. Mit "Little red boat", unserem Segelboot, bin ich einmal in einen Brandungsrückstrom geraten, der uns von der Küste weg ins Meer trieb - und dabei ist die Ruderpinne gebrochen. In der Arktis Alaskas hätte ich fast mein rechtes Auge verloren, als eine Zeltstange zerbrach und mir ins Auge schnellte. Und schließlich habe ich mal mein Handgelenk mit einem Teppichmesser aufgeschlitzt, als ich versucht habe, aus einem Hartschalenkoffer der Firma Pelican eine Kamerafalle zu bauen.